Sucher

Die meisten Menschen sind nicht in der Lage sich vorzustellen, dass an Mythen und Geschichten vielleicht doch etwas Wahres dran sein könnte. Sie halten sie für reine Fiktion, die nur erfunden wurde, um sie zu unterhalten. Die abgeklärte und nur scheinbar exakte Sicht der Wissenschaft tut ein Übriges dazu, dass die Mehrheit der Menschen glaubt, sie hätten verstanden, was das Universum ausmacht und antreibt. Aber einige wenige gibt es, die einen Drang in sich spüren, sich dennoch auf die Suche zu machen und herauszufinden, was "die Welt im Innersten zusammenhält". Ich nenne sie die "Sucher" und ich bin einer von ihnen. Ursprünglich war es nur dieser eine Satz, der mich immerzu antrieb: "Das muss doch auch irgendwie besser gehen." Das Mühsame, die vielen Fehlschläge, das ständige "knapp daneben" und "nie passt es richtig", die das Leben auszumachen schienen, konnten unmöglich die Wahrheit sein.

Am Anfang meines Weges dachte ich, Erfolg und ein hohes Einkommen würden mich glücklich machen. Ich schloss mein Mathematik-Studium mit "sehr gut" ab und machte schnell Karriere im Bereich industrieller Software-Entwicklung bis zum Chef-Architekt für ein paar Hundert Soft- und Hardware-Entwickler. Auch das Einkommen stimmte. Ich war noch nicht mal 30, als ich feststellte, dass der Erfolg mich nicht glücklich machte. Also brach ich die Industrie-Karriere ab, machte mich selbstständig und suchte weiter. Ich las hunderte Erfolgsbücher, probierte sämtliche mentale Techniken aus, die ich finden konnte - aber: das allermeiste davon entpuppte sich als kompletter Blödsinn und das Wenige, das nicht Blödsinn war, führte auch nicht zum Glück. Also machte ich wieder einen kompletten Richtungswechsel. Ich suchte mir einen spirituellen Lehrer, fand die fernöstlichen Weisheitslehren und suchte nach Erleuchtung. Nach einigen Jahren traf ich schließlich einen Guru, der tatsächlich erleuchtet war - den ersten von vielen anderen, die ich getroffen hatte, der nicht log. Ich konnte seinen erweiterten Bewusstseinszustand in aller Klarheit wahrnehmen. Es war eine sehr beeindruckende und schöne Erfahrung mit einem vollkommen unerwarteten Ergebnis, denn ich stellte fest: "Ja, Erleuchtung ist eine feine Sache, aber sie ist nicht, was ich suche." Und ich fand heraus, was es war, das ich eigentlich suchte. Ich musste die Antwort auf folgende Frage wissen:

Das ist die immer gleiche Frage in unterschiedlichen Versionen.

Zu diesem Zeitpunkt sah ich längst nüchtern und in aller Klarheit, wie viele der Bestrebungen in meinem eigenen Leben und im Leben der Menschen um mich herum nicht die Resultate hervorbrachten, die sie eigentlich hervorbringen sollten. Aber ich war nach wie vor der Überzeugung, dass man das ändern konnte.

Ich experimentierte immer weiter und gelangte nach etlichen Jahren an einen Punkt totaler, existenzieller und unendlich tief gehender Verzweiflung - so als müsste ich geradezu explodieren oder auch aufhören zu existieren, wenn ich jetzt nicht die Lösung fand. Bis zu diesem Punkt war ich vielen anderen Suchern auf meinem Weg begegnet und immer schien es mir so, als würden die anderen Sucher an irgendeinem Punkt ihrer Suche "zu früh abbiegen". So als könnten sie es nicht mehr ertragen, so viele Jahre der Suche lang keine vernünftigen Antworten zu finden. Also bildeten sie sich irgendwann irgendeine Pseudo-Erkenntnis ein, nur um nicht mehr mit ihrer andauernden Unwissenheit konfrontiert zu sein. Auf diese Weise waren viele der Bücher entstanden, die mich alle auch nicht weitergebracht hatten. Über viele Jahre schien es so, als gäbe es keine Antwort - als müsse man eben akzeptieren, dass das Leben so ein mühseliges, langweiliges, eintöniges, verlogenes Etwas ist. Was mich aber von all den anderen Suchern unterschied, die ich getroffen hatte: Ich wollte keine Pseudo-Erkenntnis. Ich wollte entweder eine echte Erkenntnis oder gar nichts. Und dafür war ich auch bereit, Dinge zu tun, die völlig verrückt, unlogisch und abgedreht waren und die - zumindest im Sinne der wissenschaftlichen Weltsicht - lebensgefährlich zu sein schienen.

Und so begann ich in dieser Situation völliger existenzieller und abgrundtiefer Verzweiflung, einfach das komplette Gegenteil von dem zu tun, was ich eigentlich für richtig hielt. Ich begann, mich auf eine Weise zu verhalten, die im Lichte meiner damaligen Weltsicht der totale Wahnsinn war und die mich dieser Weltsicht nach eigentlich ins Verderben hätte stürzen müssen. Und da geschah das Wunder: Die Dinge begannen auf einmal zu funktionieren.

Es brauchte einige Jahre, bis ich zunächst intuitiv verstand, was genau da eigentlich passierte und es gezielt anwenden konnte. Und es brauchte dann noch mal einige weitere Jahre, ehe ich lernte, das auch in Worte zu fassen.

Das Problem ist, dass wir hier über Dinge sprechen, welche die gegenwärtig vorherrschende Weltsicht nicht enthält. Sie lassen sich im Rahmen dieser Weltsicht eigentlich weder darstellen noch weitergeben. Ich sage "eigentlich", weil ich genau das mit diesem Buch dennoch versuche: Ich versuche Informationen weiterzugeben, die im Rahmen der Weltsicht der potentiellen Leser eigentlich nicht darstellbar sind. Man muss bereit sein, über seine Weltsicht hinauszugehen, um einen Zugang zu dem zu bekommen, was ich hier vermitteln möchte. Aber dann steht man plötzlich in einer "Landschaft ohne Landkarte", was sehr verunsichernd sein kann. Eine neue Weltsicht braucht Zeit um sich aufzubauen, ehe man in der Lage ist, sich mit seiner neuen Weltsicht sicher in dem neuen Terrain zu bewegen.

Ich habe ungefähr 3 Jahre gebraucht, um meine Entdeckung selbst zu verstehen. Dann habe ich noch mal ca. 5 Jahre gebraucht, um sie überhaupt in Worte zu fassen und seitdem sind noch einmal 9 Jahre vergangen, in denen ich nach einer Lösung gesucht habe, meine Darstellung irgendwie an die wissenschaftliche Weltsicht "anzudocken" bzw. sie einem Menschen zugänglich zu machen, der in der Illusion gefangen ist, die Wissenschaft würde seine Probleme lösen. Das hier vorliegende Buch ist meine 5. komplett neu entwickelte Darstellung (zuzüglich vieler Dutzend unveröffentlichter Darstellungsversuche) und ich glaube, dass diese Darstellung wirklich gut geworden ist und mit unserem "ganz normal üblichen Denken" erfasst werden kann.

Es sollte an dieser Stelle auch klar geworden sein, warum ich zu Beginn dieses Buches so viel Aufwand betreiben musste, um die wissenschaftliche Weltsicht "aufzuknacken". Die Wissenschaft ist zwar einerseits die Grundlage unserer technisch-industriellen Entwicklung, aber sie ist in ihrer falschen Verallgemeinerung auch gleichzeitig ein einschränkendes Dogma, das den Zugang zu weiterführenden Informationen blockiert.

nächstes Kapitel: Mythologie und Religion (Mythologie)
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