Krisen und Probleme

Seit Ende der 90er Jahre des letzten Jahrtausends haben Krisen und Probleme in allen Bereichen des menschlichen Lebens zugenommen. Das betrifft sowohl das Leben des Einzelnen als auch die Menschheit als Ganzes. Auf globaler Ebene gibt es politische Krisen, wachsende Verschuldung, Kriege, Terror, Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung, Pandemien und Seuchen. Auf individueller Ebene finden wir Armut, Übergewicht, fehlende Altersvorsorge, Einsamkeit, soziale Isolation, eine Zunahme von Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Depression, Sucht, übertriebene Ängste und unheilbare Krankheiten wie Krebs. Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden bereits an chronischen Krankheiten. Eine wachsende Zahl von Menschen glaubt auf emotionaler Ebene nicht an eine positive Zukunft. Dies spiegelt sich medial in zahlreichen Endzeit-Filmen und -Serien wieder.

Wie viele Menschen kennen Sie, die wirklich gesund sind und alles essen können? Wirkliche Gesundheit wird immer mehr zur absoluten Ausnahmeerscheinung. Die Zahl der Menschen, die sich in ihren Gedanken nahezu ununterbrochen mit gesundheitlichen Problemen herumschlagen, wächst unaufhörlich. Zwar bringt die Medizin immer mehr Medikamente und Therapien hervor, aber die Anzahl der zu lösenden Probleme wächst im gleichen Maße an. Einige Arten von Erkrankungen, wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Depression nehmen geradezu dramatisch zu. Ältere Menschen besitzen komplizierte Organisationssysteme, um in den Massen von Medikamenten, die sie nehmen müssen, den Überblick zu behalten. Ist das Gesundheit?

Die Zeit scheint immer gleichförmiger und bedeutungsloser an den Menschen vorbeizurasen. Es geschieht nichts von wirklich positiver Bedeutung. Das Leben wird immer banaler und schnelllebiger. Was nützt all der technische Fortschritt, wenn das Leben nur noch aus Hetzerei und Belanglosigkeiten besteht?

Es ist die paradoxe Situation entstanden, dass die Menschheit auf der einen Seite glaubt, mit der Wissenschaft einen hohen Entwicklungsstand erreicht zu haben, während auf der anderen Seite aber kein einziges der wirklich drängenden Probleme gelöst wurde. Dass diese Situation so überhaupt Bestand haben kann, liegt im Wesentlichen an der Illusion, dass die Wissenschaft die Probleme in der Zukunft schon alle noch irgendwie lösen wird. Genau das wird aber nicht geschehen, denn das kann die Wissenschaft gar nicht, weil ihre gedanklichen Grundlagen die Lösung dieser Probleme nicht leisten können.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Experte in den Medien vor einer weiteren negativen Entwicklung warnt. Eine Lösung kann er dann aber nicht anbieten, außer dass er mit Leidensmiene mahnt, dass die Menschheit sich doch endlich irgendwie bessern oder mehr anstrengen müsse. So ist es ein wesentliches Merkmal der Wissenschaft geworden, dass sie den Menschen zusätzlich zu den realen Problemen, die sie sowieso schon haben, immer noch weitere abstrakte Probleme auflädt, von deren Existenz die Menschheit ohne die Wissenschaft gar nichts gewusst hätte.

Die Wissenschaft bringt zunehmend nur noch neue Probleme hervor, anstatt die vorhandenen zu lösen. Zwar liest man ständig irgendwelche Erfolgsmeldungen, was Wissenschaftler wieder Tolles herausgefunden hätten und hochdotierte Preise werden vergeben, aber im Alltag der Menschen und in Bezug auf ihre konkreten und handfesten Probleme, ändert sich gar nichts.

Was wir zurzeit erleben, ist das Ende des wissenschaftlichen Zeitalters. Die Wissenschaft hat ihren Zweck erfüllt und die Grundlage für eine erstaunliche technisch-industrielle Entwicklung gelegt. Aber nun ist die Menschheit zunehmend mit Problemen konfrontiert, die völlig andere Problemlösungsstrategien erfordern, als sie die Wissenschaft anbieten kann.

Das ist ein ganz normaler Vorgang, wie er sich in der Geschichte der Menschheit schon viele Male wiederholt hat: Ein Zyklus endet und die Menschheit steht vor der Aufgabe, den Sprung auf eine neue Entwicklungsstufe zu schaffen.

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