Die negativen Zukunftsprojektionen sind falsch

Die Erkenntnisse aus dem Erkenntnisprozess haben 3 Aspekte:

  1. Die negativen Zukunftsprojektionen stellen sich als falsch heraus.
  2. Die negative Verstärkung des Problems durch den Aktionismus wird gestoppt.
  3. Die wahren Ursachen des Problems treten in Erscheinung.

Die wissenschaftliche Weltsicht geht davon aus, dass die Prozesse und Entwicklungen in der Welt von Naturgesetzen und Zufällen bestimmt werden. Das führt dazu, dass die Erwartungen des Menschen an zukünftige Entwicklungen (Zukunftsprojektionen) überwiegend negativ sind. "Negativ" bedeutet dabei "nicht den Interessen des Menschen entsprechend". Warum auch sollte etwas, das durch Zufall bestimmt wird, mit den Interessen des Menschen übereinstimmen?

Die Zukunftsprojektionen des Menschen sind also überwiegend negativ. Daraus ergibt sich auf Seiten des Menschen ein Verhalten, welches versucht, die erwarteten negativen Entwicklungen positiv umzubiegen. Dieses Verhalten hatte ich als Aktionismus bezeichnet.

(Viele Menschen würden meiner Behauptung "Die Zukunftsprojektionen des Menschen sind überwiegend negativ" so sicher nicht zustimmen. Das liegt daran, dass der Aktionismus die negativen Zukunftsprojektionen aufhebt bzw. durch Illusionen ersetzt. Die negativen Zukunftsprojektionen werden dadurch nicht mehr wahrgenommen. Auf der gegenwärtigen Entwicklungsstufe des Menschen ist ein enorm hoher Anteil der Gesamtenergie in Aktionismus gebunden.)

Im Moment der Erkenntnis aber zeigt sich: Die negativen Zukunftsprojektionen waren falsch. Die Welt verhält sich gar nicht so, wie der Mensch gedacht hat.

Die Vorstellungen über das Verhalten der Welt, so wie sie sich aus der wissenschaftlichen Weltsicht ergeben, sind falsch.

Aber wie kann das sein, wenn doch die angeblich so exakte Wissenschaft alles wasserdicht bewiesen hat?

Wirklich exakt ist die Wissenschaft nur da, wo sie Verhalten vollständig mit Hilfe der Mathematik beschreiben kann. Das war auch der Ursprung der Wissenschaft.

Mit der Zeit aber dehnte sich die Wissenschaft aus und erweckte den Eindruck, sie könne ebenso exakte Aussagen machen, wenn auch der sogenannte "Zufall" im Spiel ist und das Verhalten nicht mehr vollständig beschrieben werden kann.

Aber der Zufall ist eigentlich ein Platzhalter für: "Wir wissen nicht, was das Verhalten in diesem Teilbereich der Realität bestimmt." Es könnte "echten Zufall" geben, aber es könnte ebenso sein, dass der Mensch die verhaltensbestimmenden Einflussfaktoren einfach nur nicht erkennt.

Es ist wichtig, sich diesen Zusammenhang wirklich klarzumachen, da das gegenwärtige Denken gewohnt ist, "den Zufall" als etwas Existierendes anzusehen. Aber Zufall ist die Abwesenheit von etwas, nämlich die Abwesenheit von Wissen um die tatsächlichen Zusammenhänge. Zufall lässt sich nicht als solcher beweisen, auch wenn die Wissenschaft das gern glauben machen möchte. Zufall bedeutet:

Das Verhalten erscheint zufällig, weil wir keine Verhaltens-bestimmenden Faktoren erkennen können.

Rein theoretisch könnte es natürlich sein, dass das Verhalten eines Teilbereichs der Realität tatsächlich von keinerlei Faktoren außer einer statistisch erfassbaren Häufigkeit bestimmt wird. Aber wir werden das niemals erfahren, weil sich aus Sicht des Menschen die beiden Fälle "ist tatsächlich zufällig" und "erscheint nur zufällig, weil wir nicht wissen, was dahintersteckt" nicht unterscheiden lassen.

Im Erkenntnisprozess stellt sich allerdings heraus, dass die Prozesse gar nicht so negativ verlaufen, wie sie das tun würden, wenn sie tatsächlich vom Zufall bestimmt wären. Und damit sind wir ganz schnell wieder bei dieser einen Frage in ihren unendlich vielen Varianten: Gibt es einen Gott oder Schöpfer? Wer hat Recht: die Wissenschaft oder die Religion?

Aber diese Frage ist für die Lösung der menschlichen Probleme vollkommen irrelevant!

Das Denken des Menschen bewegt sich in sehr engen, eingefahrenen und starren Bahnen. Geht es in einer dieser Bahnen nicht weiter, springt das Denken in eine andere starre Bahn, aber der ganze riesige Bereich zwischen den eingefahrenen Bahnen wird gemieden und ignoriert.

Immerzu reibt man sich an dieser einen Frage auf: Gibt es einen Gott oder gibt es keinen Gott? Und wenn es einen gibt: Wer oder was ist das? Und wie sieht er aus? Und immerzu scheitert es daran, dass diese Frage über die äußere Wahrnehmung des Menschen nicht geklärt werden kann. Und so diskutiert man weiter bis in alle Ewigkeit an einer Stelle, die den Menschen bei der Lösung seiner Probleme keinen Millimeter weiterbringt.

Die wirklich entscheidenden Fragen sind nämlich ganz andere:

Diese Fragen sind deshalb relevant, weil es die für die Lösung der menschlichen Probleme entscheidenden Fragen sind. Und darauf findet man mit Hilfe des Erkenntnisprozesses eine Antwort:

Die negativen Zukunftsprojektionen, so wie sie sich aus der wissenschaftlichen Weltsicht ergeben, sind in den meisten Fällen falsch. Und jeder Mensch kann das selbst erleben, indem er den Erkenntnisprozess einfach selbst anwendet.

Wenn ich hier behaupte: "Die negativen Zukunftsprojektionen sind falsch", dann ist das in dieser Pauschalität natürlich nicht ganz richtig. Tatsächlich müssen wir hier wieder die beiden Fälle unterscheiden, welche ich im letzten Kapitel schon angesprochen hatte:

  1. Es handelt sich um ein reales Problem, für das nur keine Lösung bekannt war.
  2. Die Weltsicht hat ein Scheinproblem hervorgebracht, das in der Realität gar nicht existiert.

Betrachten wir zunächst Fall 2:

Wenn die Weltsicht ein Scheinproblem hervorbringt, dann erzeugt die Psyche eine negative Zukunftsprojektion, die einfach falsch ist. Im Erkenntnisprozess organisiert sich der entsprechende Teil der Weltsicht um und die negative Zukunftsprojektion löst sich auf. (Ohne den Erkenntnisprozess würde der Aktionismus früher oder später aus dem Scheinproblem eine reale negative Wirkung erzeugen.)

Wenn der Aktionismus im Erkenntnisprozess eingestellt wird, dann hat das unter anderem den Sinn, dass der Mensch mal erlebt, wie die Welt sich ohne seine vorsorglich eingreifende Einflussnahme verhält. Das erlebt der Mensch sonst nämlich NIE, weil es IMMER zu Aktionismus kommt.

In Fall 1 ist es etwas komplizierter:

Bei einem realen Problem, für das keine Lösung bekannt ist, stimmt die negative Zukunftsprojektion so lange, wie keine Lösung bekannt ist. Wenn - wie das in der wissenschaftlichen Weltsicht eigentlich immer der Fall ist - auch noch Aktionismus hinzukommt, dann gibt es sogar 2 treibende Faktoren für eine negative Entwicklung:

  1. das primäre Problem: die eigentliche Problem-Ursache
  2. die sekundäre Problemverstärkung: der Aktionismus verschärft die negativen Auswirkungen des Problems zusätzlich (das nächste Kapitel wird sich mit der Frage beschäftigen, warum das so ist)

In diesem Fall (echtes Problem ohne Lösung) stellt sich die negative Zukunftsprojektion zwar nicht direkt als falsch heraus, aber dennoch ist die negative Zukunftsprojektion nach Durchlaufen des Erkenntnisprozesses überholt, denn die Verschärfung des Problems durch den Aktionismus fällt weg und das Problem kann mit dem Wissen um die tatsächliche Ursache gelöst werden.

Neben der Auflösung der negativen Zukunftsprojektion gibt es aber noch zwei weitere Aspekte von Erkenntnis und damit kommen wir zu einem Punkt, den ich schon mehrfach erwähnt aber noch nicht weiter erläutert hatte:

Der Aktionismus verschärft die negativen Auswirkungen der Probleme, die er eigentlich lösen soll.

nächstes Kapitel: Die verlorene Energie (Erkenntnis)
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